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SINCONA Auction 59 (1/3)  -  22.10.2019 09:00
World Coins and Medals A-Z, Orders and Decorations

 
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Lot 2643
HERRSCHAFT LIMBURG-STYRUM UND GRÄFLICHES HAUS ZU LIMBURG-STYRUM. Orden des Alten Adels oder der Vier Römischen Kaiser. 2. Ausgabe (ca. 1815-1824), Ritterkreuz, 43 x 25 mm, Gold tlw. feinst ziseliert, emailliert, zwei kleine Emaille-Sprünge, Emaille-Malerei, diese min. berieben, am originalen Band. NI2 1465; SO S. 117 ff.
d II.
; ORDEN UND EHRENZEICHEN; DEUTSCHLAND; LIMBURG-STYRUM
; ORDEN UND EHRENZEICHEN; DEUTSCHLAND; LIMBURG-STYRUM


Ex Auktion 80 der UBS in Basel vom 4.-5. November 2008, Kat.-Nr. 145, davor ex Sammlung Michel R. Guignard, Yens.Philipp Ferdinand von Limburg-Styrum, regierender Graf von Styrum (1734-1794) war eine schillernde Persönlichkeit. Styrum verschuldete sich derart, daß es unter Reichsverwaltung gestellt wurde, und auch das reiche Erbe seiner Mutter aus dem Hause Hohenlohe verpraßte er. In seiner Not gründete er 1768 zwei Orden mit sehr hohen Eintrittspreisen, den Ritterorden vom Alten Adel oder der Vier Römischen Kaiser (Statuten Wilhermsdorf von 6. Dezember 1786) für Personen mit Ahnenprobe und den Orden von St. Philipp vom Löwen von Holstein (Statuten Wilhermsdorf vom 1. Januar 1770) für sonstige (katholische) Personen (1. Ausgabe).
Die Orden umfaßten jeweils drei Klassen, die aber in unzählige Unterklassen unterteilt wurden. Mitgliederlisten beider Orden wurden 1784 in Avignon gedruckt. Selbst als regierender Graf war er zu Ordensgründungen nicht berechtigt, aber er beanspruchte auch den Titel eines Fürsten von Holstein, der ihm vom Wiener Hof jedoch versagt wurde. Auch sein Anspruch, von den vier römischen Kaisern aus dem Hause Luxemburg abzustammen, ist - jedenfalls im Mannesstamm - nicht gerechtfertigt.
Zu allem Unglück fiel er in die Fänge einer Hochstaplerin, der sog. Prinzessin Elisabeth Tarakanow. Als diese nach Italien weiterreiste, bestritt sie ihren Lebensunterhalt dort mit einem mitgebrachten Vorrat Limburgscher Orden. Außerdem gab sie sich als Tochter und Erbin der Zarin Elisabeth aus, was ihr lebenslange Festungshaft eintrug. Der Ordensgründer selber zog nach Paris, wo er versuchte, ein Regiment aufzustellen, um dieses einem Potentaten zu verkaufen. Seine Offiziere bezahlte er mit seinen Orden, die diese weiterverleihen konnten. Schließlich starb er 1794 in Armut bei seinem Vetter in Bartenstein. Sein Bruder und Erbe führte den Orden nicht weiter.
Paris war während der Regierung König Ludwig XVIII. (1755-1824, reg. 1814 und seit 1815) ein ideales Pflaster für zweifelhafte Orden. So wurden auch die beiden Limburgischen Orden von 13 ehemaligen Mitgliedern wiedererweckt. (2. Ausgabe) Neue Mitglieder waren willkommen, und für nur 20 Francs konnte man ein Diplom erwerben. Generalverwalter war François Le Prieur, Vicomte de Roquemont, und man suchte einen Souverain als Großmeister. Der König von Württemberg lehnte ab. Schließlich scheint der ehemals regierende Graf Christian von Leiningen-Westerburg das Amt, der dasselbe auch bei dem dubiosen St. Joachims-Orden bekleidete, übernommen zu haben. Mit Ordonnanz König Ludwigs XVIII. vom 16. April 1824 wurde die Verbreitung und das Tragen nichtköniglicher Orden unter hohe Strafen gestellt, womit auch dieser Orden sein erneutes (vorläufiges) Ende fand.

Dieses Los unterliegt bei Auslieferung in der Schweiz der Margenbesteuerung gemäss MWSTG 24a (22.5% Aufgeld inkl. gesetzlicher Mehrwertsteuer)

When delivered in Switzerland, this lot is subject to the margin taxation scheme in accordance with article 24a of the Federal Act on Value Added Tax (22.5% buyer’s premium incl. statutory VAT)
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